Produkt

HOVR Sonic 3

Preis

84 EUR

Sprengung

8mm

Disclaimer:

Für diesen Test hat mir Under Armour den HOVR Sonic 3 zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Alle Aussagen stellen meine persönlichen Erfahrungen und Meinungen zum HOVR Sonic 3 dar.

Der HOVR Sonic 3 auf einen Blick

  • Gewicht: 289g bei einer Laufschuhgröße von 42
  • Sprengung von 8mm
  • Erfasst deine Laufdaten über einen integrierten Sensor
  • HOVR-Foam für mehr Stabilität

Der HOVR Sonic 3 ist zwar so leicht wie ein Laufschuh, der für maximales Tempo konzipiert wurde.

Allerdings bietet er aber wesentlich mehr Dämpfung als ein klassischer Wettkampf-Schuh.

Somit soll der Neutralschuh vielseitig einsetzbar sein.

Aber was sollte so ein Allrounder alles können?

Und schafft der neue HOVR Sonic 3 den Spagat zwischen Longrun und Tempo-Training?

Ich bin den neusten Laufschuh von Under Armour für knapp 250 Kilometer gelaufen, um die Treter auf Herz und Nieren zu testen.

In diesem Artikel liest du meine Erfahrungen über den HOVR Sonic 3.

Laufschuh für Tempo und Distanz

Der Name ist Programm.

Als ich den HOVR Sonic 3 in meinen Händen gehalten habe, musste ich zwangsweise direkt an eine gleichnamige Videospielfigur denken.

Der blaue Igel aus dem Hause SEGA konnte schließlich auch problemlos mit Überschallgeschwindigkeit rennen.

Und tatsächlich zeichnet das den neutralen Trainingsschuh von Under Armour aus.

Er fühlt sich schnell an, auch wenn der HOVR Sonic 3 dafür eigentlich ein paar Gramm zu viel auf den Rippen hat.

Allerdings muss man auch mal Kompromisse eingehen.

Tempo-Training und Longruns mit einem Schuh zu laufen, lässt sich eben nur schwer unter einen Hut bringen.

Denn aufgrund der mangelnden Dämpfung und Stabilität sind Wettkampf-Schuhe für die langen Läufe eher ungeeignet.

Dahingegen sind stabile und gut gepolsterte Laufschuhe aber meist zu schwer, um damit wirklich richtig schnell zu laufen.

Tempo-Training wie das klassische Intervalltraining würde somit unnötig erschwert werden.

Laut Under Armour ist der HOVR Sonic 3 aber der richtige Schuh für Läufer, die gerne weite Strecken zurücklegen, sich aber mehr Flexibilität wünschen.

Mehr lesen: Intervalltraining für Läufer: 5 Tipps, um schneller zu werden

Microthread-Technik garantiert Atmungsaktivität

Beim HOVR Sonic 3 fällt direkt die wabenähnliche Struktur des Obermaterials ins Auge.

Das sogenannte Microthread-Obermaterial soll nicht nur schnell trocknen, sondern auch durch eine hohe Atmungsaktivität überzeugen.

Die Luftdurchlässigkeit eines Laufschuhs ist allerdings relativ schwer zu testen.

Zumindest wenn ein Labor und die entsprechende Ausrüstung fehlt.

Glücklicherweise hatte ich den HOVR Sonic 3 im Gepäck einer Pressereise, die mich zum Ultra Mirage 2020 – einem 100-Kilometer-Lauf durch die tunesische Sahara – geführt hat.

Die Luftdurchlässigkeit des Schuhs konnte ich deshalb mit einem Feldtest ermitteln.

Dafür musste ich bloß am Strand laufen und schauen, wie viel Sand den Weg in meinen Schuh gefunden hat.

Nach 30 Minuten konnte ich eine ganze Handvoll aus meinem Laufschuh kippen.

Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass der HOVR Sonic 3 über ausreichend Atmungsaktivität verfügt.

Beim Obermaterial hätte Under Armour aber durchaus einiges an Gewicht sparen können.

Die Schnürsenkellöcher sind mit kleinen Plastikteilchen verstärkt worden.

Das verbessert zwar die Haltbarkeit des Schuhs, erhöht jedoch auch das Gesamtgewicht des HOVR Sonic 3.

HOVR Sonic 3 mit seitlichem Blick auf das Obermaterial
Dank der wabenähnlichen Struktur des Obermaterials werden deine Füße im HOVR Sonic 3 ordentlich durchlüftet

Sehr hoher Tragekomfort

Bleiben wir beim Plastik.

Die Fersenkappe wird von Außen sichtbar mit einer Plastikkappe verstärkt.

Dabei ist der Kunststoff aber so flexibel genug, dass sich die Fersenkappe problemlos eindrücken lässt.

Der HOVR Sonic 3 bietet somit zwar mehr Stabilität als ein Wettkampfschuh, aber weniger als ein Stabilschuh.

Als blasengeplagter Läufer habe ich mich besonders über die zusätzliche Polsterung im inneren der Fersenkappe gefreut.

Anders als bei herkömmlichen Laufschuhen ist der hintere Teil nicht vollständig gepolstert.

Die Wattierung schmiegt sich somit an deine Ferse an und lässt keinerlei Spielraum für Reibung.

Darüber hinaus ist das Tragegefühl dank dieser Polsterung in meinen Augen besonders angenehm.

HOVR Sonic 3 mit Blick auf die Fersenkappe
Die verstärkte Fersenkappe vom HOVR Sonic 3 sorgt für ausreichend Stabilität beim Laufen

Reaktives Dämpfungsmaterial für vielseitigen Einsatz

Die Under Armour HOVR-Technologie soll ein Gefühl von Schwerelosigkeit und optimale Energierückgabe bieten.

Mit der Energierückgabe habe ich ja schon immer Probleme gehabt.

Das ist für mich schlichtweg nicht messbar.

Zum Verständnis:

Grundsätzlich entsteht Dämpfung durch Energieumwandlung.

Die Kraft, mit der du den Schuh beim initialen Kontakt belastest, wird größtenteils durch innere Reibung der Kunststoffmoleküle in Wärme umgewandelt.

Daraus resultiert eine Energieumwandlung von mechanischer Energie in Wärme, die du als Dämpfung wahrnimmst.

Bei der Dämpfungsmessung im Labor wird der Schuh mit einem fersenähnlichen Metallaufsatz bei Maximaldruck be- und wieder entlastet.

Die oben genannte Energieumwandlung, also die fehlende Rückfederungskraft bei der Entlastung kann somit ermittelt werden.

Wie soll man die optimale Energierückgabe also Otto-Normal-Läufer also objektiv beurteilen?

Ohne eindeutige Laborergebnisse kann der Hersteller also viel behaupten.

Trotz alledem hat der HOVR Sonic 3 einen angenehmen Ride – also ein angenehmes Laufgefühl.

Der Laufschuh überzeugt dabei vor allem durch sein responsives Dämpfungsmaterial, das über genügend Bounce verfügt.

Bei langsamen Läufe wirkt die Mittelsohle oft weich, jedoch nicht schwammig.

Je schneller du läufst, desto härter wird gleichzeitig die Zwischensohle.

Somit kannst du den HOVR Sonic 3 tatsächlich sowohl für lange, als auch für schnelle Einheiten tragen.

HOVR Sonic 3 mit Blick auf die Seite
Die HOVR-Technologie sorgt für eine reaktive Dämpfung beim HOVR Sonic 3

Außensohle mit Defiziten

Ein Blick unter den Schuh verrät, dass du den HOVR Sonic 3 ausschließlich auf festen Untergründen laufen solltest.

Denn die Außensohle ist nicht gerade stark profiliert.

Nach knapp 250 gelaufenen Kilometern sind allerdings auch schon die ersten Verschleißerscheinungen erkennbar.

Dem Abrieb nach zu urteilen, schätze ich die Haltbarkeit der Außensohle für knapp 600 Kilometer ein.

Das Dämpfungsmaterial hält zwar möglicherweise etwas länger.

In dem Fall wärst du dann allerdings mit Slicks unterwegs.

Abgesehen vom Verschleiß erfüllt die Gummisohle aber ihren Zweck.

Ich hatte weder auf Schotter noch auf nassen Untergründen Probleme mit dem Halt.

Lediglich nasses Kopfsteinpflaster bereitet dem HOVR Sonic 3 Schwierigkeiten.

Fairerweise haben da aber selbst die griffigsten Trailschuhe Probleme.

HOVR Sonic 3 mit Blick auf die Sohle
Die Außensohle des HOVR Sonic 3 ist nicht stark profiliert, weshalb du den Laufschuh eher auf festen Untergründen laufen solltest

Die Stärken des HOVR Sonic 3

Ich bin ehrlich.

Der HOVR Sonic 3 hat mich von Beginn an überzeugt.

Von der Optik, über den Komfort bis hin zum Laufgefühl.

Sobald ich den Laufschuh von Under Armour an meinen Füßen habe, steigt die Lust aufs Laufen.

Das mag daran liegen, dass nichts zwickt und nichts unangenehm drückt.

Das kann aber auch daran liegen, dass der Schuh dank seines reaktiven Dämpfungsmaterials vielseitig einsetzbar ist.

Selbst wenn man am Ende seines Longruns nochmal richtig Tempo machen will, hat man mit dem HOVR Sonic 3 den passenden Schuh am Fuß.

Dank seiner recht neutralen Optik und seinem ausgesprochen hohem Tragekomfort kannst du den HOVR Sonic 3 auch problemlos im Alltag anziehen.

Mit dem integrierten Sensor setzt Under Armour auf das Thema Connected Footwear.

Deine Laufdaten werden also direkt erfasst und stehen auf der korrespondierenden MapMyRun-Plattform zur Analyse bereit.

Das ist natürlich ein genialer Ansatz.

Allerdings werden die Plattformen von Strava, Garmin und Polar wesentlich stärker genutzt.

Die hauseigene Plattform von Under Armour wird somit obsolet.

Die Schwächen des HOVR Sonic 3

Ganz so leicht lässt sich der HOVR Sonic 3 nicht kritisieren.

Mir persönlich ist im und auf dem Schuh relativ viel unnötiger Kunststoff verbaut.

An dieser Stelle hätte Under Armour das Gesamtgewicht des Laufschuhs definitiv reduzieren können.

Die Außensohle könnte etwas haltbarer sein.

Allerdings würde bei einer dickeren Außensohle auch wieder das Gewicht des Schuhs erhöht werden.

Wie man es dreht und wendet: Einen Tod muss man wohl sterben.

Laufschuh ohne große Makel

Der HOVR Sonic 3 ist mittlerweile meine erste Wahl.

Das liegt hauptsächlich an dem hervorragenden Laufgefühl.

Es macht einfach wahnsinnig Spaß mit dem HOVR Sonic 3 laufen zu gehen.

Fahrtspiele, Intervalle, langsame Läufe.

Egal, was du gerade auf deinem Trainingsplan stehen hast.

Mit dem Sonic 3 hast du immer den passenden Schuh an den Füßen.

Apropos passend.

Die Passform des Laufschuhs überzeugt ebenfalls.

Zwar könnte die Toebox etwas breiter sein, allerdings bietet der HOVR Sonic 3 im Mittelfußbereich ausreichend Halt.

Dafür sorgt die Zunge, die über Stretch-Flügel mit dem Fußbett verbunden ist und somit für eine enganliegende Passform sorgt.

Gleiches gilt für die Fersenkappe, die sich durch die besondere Polsterung eng an deinen Rückfuß schmiegt.

Grundsätzlich ist die Polsterung des HOVR Sonic 3 ohnehin hervorzuheben.

Es gibt an dem Schuh nichts, was für unangenehme Druck- oder Scheuerstellen sorgt.

Die Dämpfung des Laufschuhs ist aber definitiv Geschmackssache.

Mir persönlich gefällt die Dämpfungstechnologie, da sie in meinen Augen die goldene Mitte aus weich und hart trifft.

Allerdings solltest du dir beim Händler deines Vertrauens in jedem Fall ein eigenes Bild vom HOVR Sonic 3 machen.

Für den geringen Preis solltest du dem Laufschuh in jedem Fall mal eine Chance geben.