14. Mai 2021 // #

Nachhaltigkeit im Laufsport: Planetics revolutioniert die Branche

Nachhaltigkeit im Laufsport: Planetics revolutioniert die Branche

Im Park, in der Innenstadt oder auf menschenleeren Trails.

Laufen kann man überall.

Die Erschöpfung nach einem Lauf schätzen wir dabei mindestens genauso sehr wie das Gefühl von Freiheit und Naturverbundenheit.

Doch ist es nicht ironisch?

Obwohl wir am liebsten im Freien laufen gehen, treten wir unsere Natur mit Füßen.

Wir tragen immer die neuste Mode und immer die aktuellsten Laufschuh-Modelle.

Obendrein leben wir im absoluten Überfluss.

Denn für den eigenen Kleiderschrank gilt das sogenannte Pareto-Prinzip.

Demnach trägst du gerade einmal 20 Prozent deiner Bekleidung für 80 Prozent der Zeit.

Es sind also immer dieselben Lieblingsklamotten, die du beim Laufen zur Schau stellst.

Der Rest der Laufkleidung gerät in den Tiefen der Kleiderschränke und Kommoden in Vergessenheit.

Bis sie eines Tages beim Aussortieren wieder an die Oberfläche geschwemmt werden.

Dann aber sind die Klamotten nicht mehr cool genug.

Klar, der Style läuft mit.

Natürlich spielt die eigene Optik beim Laufen eine wichtige Rolle, obwohl sie eigentlich nebensächlich sein sollte.

Aber der Kauf neuer Sportbekleidung bringt häufig auch einen Motivationsschub mit sich.

Strahlt die Kleidung im neuen Glanz, strahlt auch das Gesicht des Läufers.

Die aussortierten Laufklamotten landen dann aber meistens im Restmüll.

Insbesondere die ausgemusterten Laufschuhe brauchen Jahrzehnte bevor sie auf der Müllkippe zersetzt werden.

Das Verbrennen der Schuhe belastet die Umwelt jedoch mindestens genauso schlimm.

Nachhaltige Sportausrüstung steht scheinbar recht weit oben auf der Agenda der Sportartikelhersteller.

Aber trotzdem findet man bei Google kaum Produkte der großen Player, wenn man nach den relevanten Begriffen sucht.

Ist das Thema Nachhaltigkeit also nur ein gezielter Marketing-Coup, der im Zuge von Greenwashing-Kampagnen gespielt wird?

Für Nachhaltigkeit und gegen Fast-Fashion

Drei Jungs, eine weltweite Pandemie und eine gemeinsame Vision.

Mitunter war die fehlende Auffindbarkeit von nachhaltigen Sportartikeln ein ausschlaggebender Anlass für die Gründung von Planetics.

Dabei ist das Angebot an nachhaltiger Sportmode heutzutage vielfältig.

Doch bei der Menge an Blogbeiträgen, Ratgebern, Studien und Forenbeiträgen zum Thema Nachhaltigkeit gehen die relevanten Shops und Hersteller in der Suchmaschine unter.

Und klar ist auch, dass sich nur die wenigsten auf Seite 2 von Google verirren.

Die Corona-Pandemie gab den Jungs dann den letzten Stoß ihre Geschäftsidee in die Tat umzusetzen.

Raphael, Fabian und Alex versuchen schon seit Jahren bewusst zu leben.

Allerdings mussten sie noch zu häufig Kompromisse eingehen.

Besonders beim Kauf von Sportbekleidung.

Während nachhaltige Öko-Supermärkte mittlerweile fast in jeder Kleinstadt zugänglich sind, scheitert es beim Kauf von nachhaltiger Sportmode beim lokalen Angebot.

Ins Sportgeschäft gehen, die Produkte anfassen und anprobieren, ist nicht möglich.

Nicht nur aufgrund der derzeit herrschenden Corona-Maßnahmen.

Sondern vor allem, weil die großen Marken das Sortiment der Fachgeschäfte beherrschen.

Und in den Produktportfolios der bekannten Player sind nachhaltige Sportklamotten eine Rarität.

Mit Planetics wollen die Jung-Unternehmer jetzt die negativen Auswirkungen der Sportindustrie verringern und dabei Teil einer neuen Art des Wirtschaftens sein.

Das Ziel von schneller und grenzenloser Profitmaximierung ist in vielen Unternehmen fest verankert.

Besonders deutlich wird dies beim kontroversen Fast-Fashion-Trend.

Bei diesem Geschäftsmodell werden die Kollektionen laufend geändert und die Zeit von den neuesten Designs der Modeschöpfer zur Massenware in den Fachgeschäften stark verkürzt.

Die stetige Veränderung des Sortiments geht mit einer verkürzten Haltbarkeitsdauer der verwendeten Materialien einher und soll die Kunden dazu bewegen, immer die aktuellsten Klamotten zu kaufen.

Das belastet nicht nur die Konten der Konsumenten.

Auch die Fachgeschäfte werden unter finanziellen Druck gesetzt, ständig neue Kollektionen auf den Verkaufsflächen anzubieten.

Natürlich ganz davon abgesehen, dass diese Fast-Fashion-Bewegung einen hohen Ressourcenverbrauch, schwierige Arbeitsbedingungen sowie eine erhöhte Umweltverschmutzung verursacht.

Für die Gründer von Planetics ist Nachhaltigkeit jedoch kein Marketingslogan, sondern der Kern des Unternehmens.

Planetics soll dabei als ein gesundes, langlebiges Unternehmen aufgebaut werden, das sich der ökologischen und sozialen Gerechtigkeit verpflichtet.

Hinter Planetics stehen die drei sympathischen Gründer Alex, Fabian und Raphael (von links nach rechts)

Von BWL, Ernährung und Umweltschutz

Bei der Gründung eines Unternehmens ist nicht nur wichtig, dass man zu 110 Prozent hinter seiner eigenen Idee steht.

Die Auswahl der Geschäftspartner ist mindestens genauso wichtig.

Denn hat nur eine Person eine andere Vorstellung, wie die Firma aufgebaut werden soll, kann das über Sieg oder Niederlage innerhalb der Gründerszene entscheiden.

Da trifft es sich, dass Planetics von drei Kumpel ins Leben gerufen worden ist, die nicht nur beruflich einen ähnlichen Background haben, sondern auch einen gleichen Lebensstil führen.

Da ist Alex, der nach seinem Abitur erstmal BWL studierte und ein duales Studium bei einem Discounter absolvierte.

Danach zog es ihn in nach Berlin, wo er nicht nur seinen Fleischkonsum von 100 auf Null Prozent reduzierte.

Seitdem kauft er auch ausschließlich Second-Hand-Klamotten und führt, dank Unverpacktläden, einen Zero-Waste-Lifestyle.

Alex gab seine Stelle als Filialleiter bei SIXT für den großen Gründungstraum auf

Mit dem Traum als Einzelner etwas bewegen und ein Unternehmen entscheidend verändern zu können, startete Fabian seine berufliche Karriere in einem großen Handelskonzern.

Nach fünf Jahren platzte diese Wunschvorstellung jedoch bereits.

Konzerne sind einfach zu politisch und zu schwerfällig.

Zudem müssen die eigenen Werte auch mit dem Beruf in Einklang stehen.

Tagtäglich die Job-Maske aufsetzen und etwas vorzugeben, was man nicht zu 100 Prozent ist?

Darauf hatte Fabian keinen Bock mehr.

Als einer der ersten Mitarbeiter konnte Fabian bereits Erfahrung in einem StartUp sammeln – jetzt fokussiert sich der Jungunternehmer auf den Ausbau von Planetics

Der dritte im Bunde studierte ebenfalls BWL.

In München lernte Raphael, den eigenen Lebenslauf zu perfektionieren und Firmen zu mehr Gewinnen zu verhelfen.

Doch während seiner Anstellung bei einem amerikanischen Internetriesen, begann der gebürtige Baden-Württemberger seine Lebensweise und deren Auswirkungen auf unseren Planeten zu hinterfragen.

Statt sich über Umsatzsteigerung und Gewinnmaximierung den Kopf zu zerbrechen, standen jetzt gesunde Ernährung, Umweltschutz und faires Wirtschaften auf seiner Agenda.

Raphael reduzierte seinen Konsum und gestaltete ihn nachhaltiger.

Der bedingungslose Verzicht auf Fleisch und Fisch war der Beginn eines neuen Lebensabschnitts.

Alex, Fabian und Rapahel vereinen aber nicht nur dieselben Werte oder derselbe Lebenstil.

Die geteilte Liebe zum Sport und die Naturverbundenheit haben bei der Gründung von Planetics ebenfalls eine ausschlaggebende Rolle gespielt.

Raphael verzichtet auf den Verzehr von Fleisch und Fisch – zum Unmut seiner brasilianischen Mutter, die die Ernährungsweise zunächst nicht nachvollziehen konnte

Marktplatz für nachhaltige und faire Sportmode

Nachhaltige und faire Marken gibt es heutzutage viele.

Doch in der Masse an Informationen über das Thema Nachhaltigkeit kämpfen die Hersteller und Shops um die Sichtbarkeit im Netz.

Aufmerksamkeit gilt in der digitalisierten Wirtschaftswelt als neue Währung.

Wer also nicht unter den Top-10 der Suchergebnisse landet, erhält auch kaum Zugriffe auf die eigene Website.

Und wenig Laufkundschaft bedeutet weniger potenzieller Umsatz.

Doch an der Stellschraube der Aufmerksamkeit will Planetics nun entscheidend drehen.

Denn das junge Unternehmen versteht sich als Marktplatz für nachhaltige und faire Sportartikel.

Hier stellen Marken ihr Sortiment zur Schau.

Dabei müssen sich die Verkäufer um digitale Marketing-Strategie keine Gedanken mehr machen.

Schließlich greift Planetics als Verkaufsportal die vorderen Ranking-Plätze mit relevanten Schlagworten an.

Klar ist aber auch, dass nicht jede Marke gleich auf Planetics beworben wird.

Denn auf den Prozess der Kuratierung legen die drei Gründer besonders viel Wert.

Planetics versteht Transparenz dabei als wichtigen Treiber für Nachhaltigkeit.

Aus diesem Grund ist dies auch ein wichtiger Bestandteil bei der Evaluierung eines Unternehmens.

Das betrifft nicht nur das Produkt, sondern auch die Herstellung und die Firma selbst.

So werden ausschließlich Artikel in den Shop aufgenommen, die zu 75 Prozent aus recycelten, natürlichen oder biologisch abbaubaren Stoffen bestehen.

Zusätzlich überzeugen sich die Betreiber von planetics.de natürlich auch von der Qualität und der Funktionalität der Waren.

Die Produktionsstätte der verschiedenen Marken kann ebenfalls über die Aufnahme in den Shop entscheiden.

Denn eine nachhaltige Produktion soll nicht nur die negativen Auswirkungen auf die Umwelt minimieren, sondern auch Energie und natürliche Ressourcen schonen.

Pluspunkte gibt es für Unternehmen, die einen Reparatur-Service anbieten, sollte die Qualität des gekauften Produkts wider Erwarten nicht den Standards entsprechen.

Für die Listung auf dem nachhaltigen Markplatz verlangt Planetics eine Gebühr.

Nur so kann sich das Startup finanzieren.

Für Alex, Fabian und Raphael ist aber auch klar, wo die Reise hingeht.

Planetics soll Europas erste Anlaufstelle für nachhaltige Sportklamotten werden.

Ein ambitioniertes Ziel, das jedoch für zukünftige Generationen richtungsweisend ist.

Denn eines ist klar.

Es lässt sich nur etwas verändern, wenn man selber aktiv daran arbeitet.


Robin
Laufen und Schreiben sind meine absolute Leidenschaft. Als ausgebildeter Ausdauercoach, Content-Creator und Chefredakteur helfe ich dir, deine Ziele zu erreichen und dich über die aktuellen Neuigkeiten aus der Laufszene zu informieren. Ob schnelle 5k oder lange 100 Kilometer, ob auf der Straße, in den Bergen oder in der Wüste – ich fühle mich auf allen Strecken und in jedem Gelände wohl.

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