Mal ganz im Ernst.

Wir Läufer sind doch richtige Statistik-Nerds.

Pace, Kilometer, Höhenmeter, gelaufene Zeit, Herz-, Schritt- und Atemfrequenz.

Wer es ganz genau wissen will, analysiert noch seine vertikale Bewegung, die Bodenkontaktzeit und die eigene Schrittlänge.

Natürlich alles in Abhängigkeit zur Laufgeschwindigkeit, dem eigenen Wohlbefinden und den vorherrschenden Wetterverhältnissen.

Ich persönlich kann mich von dieser Zahlenbessenheit nicht komplett freisprechen.

Stundenlang könnte ich auf Analyseplattformen Zahlen, Daten und Fakten ergründen.

In den meisten Fällen beschränke ich mich allerdings auf die Pace, die zurückgelegten Kilometer und die durchschnittliche Herzfrequenz während meines Laufs.

Denn das sind die drei wichtigsten Indikatoren, welche eine Leistungssteigerung und die Effizienz meines Trainings abbilden.

Alle weiteren Zahlen und Statistiken sind zwar nice to have, aber in der tiefgründigen Auswertung auch wesentlich komplexer und vor allem zeitintensiver.

Zeit, die ich viel lieber in geschnürten Laufschuhen verbringe.

Doch was fasziniert uns Läufer an dieser Unmenge von aufgezeichneten Daten?

Warum schauen wir uns die Zahlen überhaupt an, wenn wir ohnehin nur die Hälfte der Metriken und die Auswirkungen verstehen?

Wenn du so tickst wie ich, dann ganz sicher, um ein besseres Verständnis für das eigene sportliche Potenzial zu bekommen.

Natürlich alles vor dem Hintergrund, auch das letzte Quentchen an Leistungssteigerung aus dem Training zu pressen.

Krux mit Zahlen
Die Analysemöglichkeiten auf Garmin Connect sind umfassend – wie die einzelnen Werte zu interpretieren und zu verbessern sind, ist den meisten Läufern aber leider unklar

Hinweise für die Laufeffizienz

Möchtest du einen besseren Einblick in deinen aktuellen Fitnesszustand bekommen, solltest du deine Fortschritte nach jeder Laufeinheit im Auge behalten.

Das gilt besonders für die Laufeffizienzwerte wie Bodenkontaktzeit, vertikale Bewegung, Schrittfrequenz und Schrittlänge.

Denn anders als die physiologischen Messwerte (VO2max, Leistungszustand, Erholungszeit) kann die eigene Effizienz nicht durch bloßes Laufen verbessert werden.

Klar, du könntest sicherlich bei einem deiner Läufe versuchen, die Frequenz auf 180 Schritte pro Minute zu schrauben oder die Bodenkontaktzeit bewusst zu reduzieren.

Das macht aber wenig Sinn, weil du diese Metriken durch dezidierte Übungen gezielt verbessern kannst.

Statt also während des Trainings am eigenen Laufstil oder an der Laufeffizienz zu feilen, solltest du vor dem Laufen eher 10 bis 15 Minuten in Lauf-ABC-Übungen investieren.

Bereits nach wenigen Wochen kannst du somit schon einen sichtbaren Erfolg erzielen.

Krux mit Zahlen
Das Lauf-ABC wird oft sträflich vernachlässigt. Dabei ist es die effizienteste Art die eigene Laufökonomie zu optimieren

Prahlen mit Zahlen

Sich mit seinen Laufergebnissen zu rühmen gehört zu den Schattenseiten des Laufsports.

Keine Frage, wer einen Wettkampf gelaufen ist – unabhängig, ob 5, 10, 21 oder 42 Kilometer –, hat Respekt verdient.

Dabei ist die gelaufene Zeit völlig irrelevant.

Ob Sub-5-, Sub-4- oder Sub-3-Stunden auf der Marathon-Distanz – am Ende des Tages sind wir alle 42,195 Kilometer gelaufen.

Wir alle haben neben dem Job und familiären oder sozialen Verpflichtungen auch ein hartes Training für einen Wettkampf absolviert und sind dann idealerweise eine neue persönliche Bestzeit gelaufen.

Darauf darf und muss man stolz sein.

Damit Hausieren zu gehen, ist jedoch absolut unangebracht.

Denn schließlich definiert jeder Läufer den Begriff Schnelligkeit nach seinem eigenen Ermessen.