18. Mai 2021 // #

Laufschuh-Test: ASICS Gel-Nimbus Lite 2

Laufschuh-Test: ASICS Gel-Nimbus Lite 2

Disclaimer:
Für diesen Test hat mir ASICS den Gel-Nimbus Lite 2 zur Verfügung gestellt. Dies hatte jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Alle Aussagen stellen meine persönlichen Erfahrungen und Meinungen zum Gel-Nimbus Lite 2 dar.

Der Gel-Nimbus Lite 2 auf einen Blick

  • 273 g bei einer Laufschuhgröße von 42
  • Sprengung von 8 mm
  • Zwischensohle mit Flytefoam-Technologie
  • Gel-Technologie im Fersenbereich

Einer meiner ersten Laufschuhe war von Asics.

Nachdem ich bereits einen Nike Pegasus mein Eigen nennen konnte, hatte ich mir als Zweitschuh einen Gel-Cumulus gekauft.

Keine Ahnung, ob es an meinen Fußballer-Füßen oder am Schuhwerk lag.

Aber in dem Cumulus sind mir nach einer bestimmten Zeit immer die Füße eingeschlafen.

Und so verschwand der Laufschuh dann leider in der Versenkung.

Jahre später konnte ich beim Launch-Event einen Eindruck vom Metaride gewinnen.

Mein Review zu dem innovativen Laufschuh fiel jedoch unterdurchschnittlich aus.

Doch im Gegensatz zum Metaride hat mich der brandneue Metaspeed Sky vollkommen aus den Socken gehauen.

Mit dem Carbon-Schuh haben die Japaner endlich wieder ein konkurrenzfähiges Wettkampf-Modell im Portfolio.

Im Rahmen der (Be)at your personal best challenge liefen Profi-Athleten mit dem Metaspeed Sky zu Höchstleistungen auf.

Persönliche Bestzeiten wurden wie am Fließband aufgestellt.

Mit Carbon unter ihren Füßen buchten Katharina Steinruck, Laura Hottenrott und Richard Ringer allesamt das Ticket für Olympia.

Allerdings hatte sich mein Eindruck von Asics Schuhen nicht erst durch das neue Wettkampfmodell gebessert.

Denn bereits der Gel-Nimbus Lite 2 hat mich positiv überrascht.

Aufgrund vorgeschobener Laufschuhtests ist der Neutralschuh von Asics beim Training aber leider etwas zu kurz gekommen.

Vorenthalten möchte ich dir meine Eindrücke vom Gel-Nimbus Lite 2 aber keineswegs.

Was sind die Stärken des Laufschuhs?

Wo besteht noch Optimierungspotenzial?

Und für wen eignet sich der Gel-Nimbus Lite 2 am besten?

Das alles liest du in diesem Review.

First Step In

Komfortabel, ordentliche Passform, etwas zu schwer für meinen Geschmack, aber dennoch nicht zu klobig.

Das waren meine Gedanken, als ich zum ersten Mal in den Gel-Nimbus Lite 2 geschlüpft bin.

Vom Fersenbereich, über die Knöchelseiten bis vorne zum Spann.

Im Gel-Nimbus Lite 2 hast du förmlich keine Chance, dir Druck- oder wunde Stellen zu laufen.

Dafür ist der Laufschuh rundum ausreichend gedämpft.

Selbst bei einer superfesten Schnürung schützt die gepolsterte Zunge vor einschneidenden oder drückenden Schnürsenkeln.

Die ersten Schritte hingegen wirken etwas schwerfällig.

Während sich die Zwischensohle kaum eindrücken lässt, wirkt der Schuh du beim Gehen jedoch dynamisch und reaktiv

Dazu aber später mehr.

Nahezu alles neu

Im Gegensatz zum Gel-Nimbus Lite hat Asics der zweiten Version einige funktionale Upgrades verpasst.

Die Gel-Technologie im Fersenbereich sei jetzt noch stärker verformbar.

Somit verbessert sich nicht nur der Kompressionseffekt des Gel-Nimbus Lite 2.

Gleichzeitig wird die Schock-Absorption beim Aufprall reduziert.

Zudem soll die neue SOFT SL Einlegesohle noch mehr Komfort und eine größere Reaktion versprechen.

Das neue Mesh-Upper ist ebenfalls wesentlich weicher und atmungsaktiver.

Und als wäre das schon nicht fortschrittlich genug, hat Asics auch an der Schnürung des Schuhs geschraubt.

Das neue Schnürsystem ist nicht so engstehend wie noch in der ersten Version des Gel-Nimbus Lite 2.

Somit soll sich der Laufschuh noch besser an den Fuß seines Trägers anpassen.

Für das Zwischensohlenmaterial vertraut Asics weiterhin auf die Flytefoam-Technologie.

Hier gibt es keinerlei Unterschiede zwischen Gel-Nimbus Lite 1 und 2.

Nach wie vor soll der Schuh somit für ein gedämpftes Laufgefühl sorgen.

Asics setzt auch beim Gel-Nimbus Lite 2 auf die bewährte Zwischensohle mit Flytefoam-Technologie.

Wenig Luftzirkulation

Soft, komfortabel und leichtgewichtig.

So beschreibt Asics das Obermaterial vom Gel-Nimbus Lite 2.

Dagegen gibt es auch nichts einzuwenden.

Der Nimbus Lite 2 trägt sich sehr angenehm.

Und das nicht nur beim First Step In.

Auch während meiner Trainingsläufe hatte ich keinerlei Probleme mit faltenwerfendem Obermaterial oder scheuernden Fersenkappen.

Schwitzt du allerdings besonders stark an deinen Füßen, solltest du möglicherweise ein anderes Modell in die engere Auswahl nehmen.

Denn besonders luftdurchlässig ist der Gel-Nimbus Lite 2 nicht.

Das macht den Laufschuh aber noch lange nicht wasserabweisend.

Aufgrund des engmaschigen Obermaterials bleiben deine Füße beim Laufen im Regen allerdings weitestgehend trocken.

Das sieht beim Metaspeed Sky und beim Adizero Pro von Adidas wesentlich anders aus.

Fast wie Watte am Fuß

Bei dem rundum hervorragend gepolsterten Schuh scheint es absurd, die Fersenkappe nochmal gesondert zu betrachten.

Allerdings verursacht dieser Bereich in aller Regel die meisten Blasen.

Mehr lesen: Blasen am Fuß: So behandelst du sie richtig

Beim Nimbus Lite 2 hatte ich aber zu keinem Zeitpunkt Beschwerden.

Weder mit Druckstellen, noch mit wundgescheuerten Hautbereichen.

Die Wattierung führt natürlich auch dazu, dass der Schuh von Asics fest am Knöchel geschnürt werden kann.

Der Nimbus Lite 2 hat am äußeren Fersenbereich eine leichte Verstärkung.

Diese Fläche wirkt wie laminiert, bietet dir aber wesentlich mehr Stabilität und Halt im Laufschuh.

Der Fersenbereich wird durch eine Art Laminierung nochmal zusätzlich verstärkt. Der Tragekomfort wird damit jedoch nicht beeinträchtigt

Der Bounce fehlt

Auf den ersten Blick erscheint die Mittelsohle des Gel-Nimbus Lite 2 recht weich.

Doch der Eindruck täuscht.

Denn die Zwischensohle lässt sich fast gar nicht eindrücken.

Im Gegensatz zum Vorgängermodell hat der Nimbus Lite 2 jedoch eine geringere Dichte in der Zwischensohle.

Laut Asics soll das für ein wesentlich gedämpfteres Laufgefühl sorgen.

Der Grad der Dämpfung liegt dabei in der goldenen Mitte.

So hart wie der ON Cloudflash ist der Nimbus Lite 2 nicht.

So weich wie der Asics Metaspeed Sky aber keinesfalls.

Suchst du einen federnden Laufschuh mit mehr Bounce, dann solltest du dich auf jeden Fall nochmal umschauen.

Es klingt paradox, weil ich die Dynamik des Nimbus Lite 2 zuvor besonders hervorgehoben hatte.

Beim Laufen wird diese Energie aber leider nicht weitergegeben.

Bei dem ganzen technologischen Fortschritt innerhalb der Laufschuh-Branche hätte die Zwischensohle durchaus reaktiver sein können.

Die Flytefoam-Technologie im Gel-Nimbus Lite 2 hat mich leider nicht überzeugt. Dem Laufschuh fehlt der Bounce.

Außensohle? Standard.

Der Gel-Nimbus Lite 2 verfügt über eine Außensohle mit sogenanntem Full-Ground Contact Design.

Vom Fußaufsatz bis zum Toe-Off soll dir der Schuh von Asics einen ordentlichen Grip auf allen Untergründen garantieren.

An dieser Stelle einmal Hand aufs Herz:

Welcher Laufschuh verspricht das nicht?

Ich habe bisher keinen Schuh in der Hand gehabt, der nur zur Hälfte profiliert war.

Spikes mal außen vorgelassen.

Als Mittelfußläufer kann ich bestätigen, dass der Nimbus Lite 2 bei Läufe bis zu einem Tempo von 4:30 min/km eine gute Griffigkeit hat.

Das gilt sowohl für trockene als auch für nasse Untergründe.

Und sowohl für Straße als auch für Schotter.

Für matschige Trails ist der Nimbus Lite 2 natürlich nicht geeignet.

Aber dafür gibt es natürlich spezielle Trailschuhe.

Besonders erwähnenswert ist die Außensohle des Nimbus Lite 2 eigentlich nicht. Sie hält, was sie verspricht: Grip auf allen Untergründen

Die Stärken des Gel-Nimbus Lite 2

Der Komfort eines Laufschuhs muss stimmen.

Schuhe, die schon beim ersten Reinschlüpfen drücken oder stechen, werden sich auch beim Laufen unangenehm tragen.

Dann kann das Laufgefühl noch so großartig sein.

Mit Druckstellen, aufgescheuerter Haut oder sonstigen Beschwerden macht das Lauftraining schlichtweg keinen Spaß.

Hier punktet der Nimbus Lite 2.

Denn das Tragegefühl ist wirklich hervorragend.

Im rundum ausreichend gepolsterten Schuh wissen sich die Füße gut gebettet.

Lange Läufe am Wochenende sind im Nimbus Lite 2 also genauso laufbar wie kürzere Tempoläufe.

Darüber hinaus überzeugt der Laufschuh von Asics durch seine Passform.

Selbst mit meinen breiten Plattfüßen habe ich mich vom Nimbus Lite 2 nicht eingeengt gefühlt.

Im Gegenteil.

Der Schuh sitzt nahezu perfekt.

Die Schwächen des Gel-Nimbus Lite 2

Der hohe Tragekomfort verdankt der Nimbus Lite 2 seiner ordentlichen Polsterung.

Doch je stärker ein Schuh wattiert ist, desto schwerer wird er natürlich auch.

Mit mehr als 270 g kratzt der Nimbus Lite 2 schon an der oberen Grenze der Neutralschuhe.

Das Gewicht spürst du sicherlich nicht, wenn du sonst Schuhe vom gleichen Kaliber trägst.

Wenn du allerdings zwischen einem echten Lightweight-Schuh und dem Nimbus Lite 2 wechselst, fällt das Gewicht doch auf.

Meine Intervalle laufe ich mit dem Metaspeed Sky von Asics.

Diese Carbon-Schuhe bringen gleich 100 g weniger auf die Waage.

Und das spürst du auch.

Für extensive Intervalle halte ich den Nimbus Lite 2 für ungeeignet.

Dazu kommt die recht unflexible Zwischensohle.

Mir persönlich fehlt der Bounce.

Das liegt nicht an der fehlenden Carbonfaser-Platte.

Schließlich besitzt der Freedom Iso von Saucony auch eine federnde Mittelsohle.

Das Laufgefühl ist aber natürlich immer ein subjektives Empfinden.

Was mir beim Nimbus Lite 2 jedoch wirklich negativ aufgefallen ist, sollte den Laufschuh eigentlich auszeichnen.

Denn das sogenannte Rearfoot Gel im Fersenbereich soll den Aufprall beim Fersenlauf besser absorbieren.

Aufgrund dessen tendiert der Schwerpunkt des Nimbus Lite 2 eher Richtung Rückfuß.

Dadurch wirst du allerdings in einen Lauf über die Ferse gezwungen.

Beim Laufen musst du deshalb wieder gezielt über den Mittelfuß aufsetzen.

Das mag anfangs noch ganz gut klappen.

Sobald die Läufe allerdings länger werden und die Konzentration sinkt, steigt aber die Gefahr in den Fersenlauf zu rutschen.

Starker Allrounder

Grundsätzlich überwiegen beim Nimbus Lite 2 die Vorteile.

Suchst du einen komfortablen Schuh für die alltäglichen Läufe, dann bist du mit dem Laufschuh von Asics bestens bedient.

Denn lange Läufe sind mit dem Nimbus Lite 2 ebenso laufbar wie schnelle Tempo-Einheiten.

Aufgrund der fehlenden Dynamik bleibt der Laufschuhe aus dem Hause Asics für mich jedoch nur ein Zweit- oder Wechselpaar.

Für Intervalle greife ich lieber zum Metaspeed Sky.

Für Tempo-Dauerläufe eher zum Adizero Pro.

Und für die Longruns am Wochenende bevorzuge ich ein leichteres Modell mit etwas weniger Sprengung.

Den Nimbus Lite 2 solltest du aber auf jeden Fall in die engere Wahl nehmen, wenn du einen komfortablen Schuh suchst und zum Lauf über die Ferse tendierst.

Denn als Allrounder hinterlässt der Laufschuh von Asics einen starken Eindruck.


Robin
Laufen und Schreiben sind meine absolute Leidenschaft. Als ausgebildeter Ausdauercoach, Content-Creator und Chefredakteur helfe ich dir, deine Ziele zu erreichen und dich über die aktuellen Neuigkeiten aus der Laufszene zu informieren. Ob schnelle 5k oder lange 100 Kilometer, ob auf der Straße, in den Bergen oder in der Wüste – ich fühle mich auf allen Strecken und in jedem Gelände wohl.

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