Unter Läufern gibt es kaum etwas, was mehr Gegensätze schafft als das Thema Dehnen.

Für die Einen gehört das Dehnen zum Laufen dazu, wie der long run am Wochenende. Für die Anderen ist Stretching unnötige Zeitverschwendung.

Selbst Wissenschaftler und Mediziner sind sich beim Dehnen uneinig.

Denn es gibt keinerlei Studien, dass Stretching einen positiven Effekt auf den menschlichen Körper hat.

Aber: Regelmäßiges Laufen ist eine enorme Belastung für deine Skelettmuskulatur.

Die monotonen Bewegungsabläufe können Verspannungen, Muskelverkürzungen und muskuläre Dysbalancen verursachen.

Die meisten Läufer dehnen sich also, um diesen Problemen entgegenzuwirken.

Rein subjektiv empfunden, fühlen sich die Muskeln und Gelenke nach einer Stretching-Einheit tatsächlich auch beweglicher und geschmeidiger an.

Es bleibt aber natürlich dir selbst überlassen, ob du dich zukünftig regelmäßig dehnen willst.

Damit dir das Dehnen dann aber auch wirklich nützt und Spaß macht, solltest du einige wichtige Grundsätze beachten.

In diesem Artikel zeige ich dir deshalb nicht nur die 11 besten Dehnübungen für Läufer.

Ich zeige dir auch, wie das Dehnen nach dem Laufen für dich zur Routine wird!

Dehnen: Ja oder nein? Wie sinnvoll ist Stretching wirklich?

Bislang hat die Wissenschaft noch keine Nachweise liefern können, dass regelmäßiges Dehnen positive Effekte für deinen Körper hat.

Der Volksmund hingegen ist sich ziemlich sicher: Dehnen kann die Beweglichkeit verbessern, die Muskeln geschmeidiger machen und kurzfristig gegen Verspannungen helfen.

Ob in Fitnessstudios, in VHS-Kursen oder in Sportvereinen – selbst in Artikeln, Büchern oder im TV: Überall gehört das Dehnen zum CoolDown nach einer Trainingseinheit dazu.

Der Grund dafür ist simpel.

Stretching soll die Erholung fördern, Muskelkater verhindern und Verletzungen vorbeugen.

Dehnen ist also besonders dann sinnvoll, wenn deine Muskeln verkürzt sind oder du muskuläre Dysbalancen aufweist.

Regelmäßiges Dehnen streckt deine Muskulatur und wirkt somit Muskelverkürzungen entgegen.

Diese 10 Vorteile hat das Dehnen

Obwohl das Stretching auf keiner wissenschaftlichen Grundlage beruht, sagt man dem Dehnen verschiedene positive Effekte nach:

  • Regelmäßiges Stretching erhöht die Flexibilität
  • Dehnen fördert die Durchblutung und den Stoffwechsel der Muskulatur
  • Stretching verbessert die Beweglichkeit von Gelenken, Sehnen und Bändern
  • Dehnübungen nach dem Laufen beschleunigen die Regeneration
  • Dehnen erhöht das allgemeine Wohlbefinden: Ein gut gedehnter Körper fühlt sich ausgeglichener und leichter an
  • Sanftes Stretching vor dem Laufen bereitet deine Muskulatur auf die bevorstehende Belastung vor
  • Dehnen minimiert das Verletzungsrisiko und
  • Reduziert Rückenschmerzen
  • Dehnen löst Verspannungen und wirkt Muskelverkürzungen entgegen
  • So beugt Stretching muskuläre Dysbalance und Fehlhaltungen vor

So dehnst du dich richtig

Genau wie beim Laufen, kommt es auch beim Dehnen auf die richtige Durchführung und Technik an.

Dehnst du dich beispielsweise zu ruckartig oder hältst du eine Dehnübung zu lange/zu tief, kannst du deinem Körper dadurch schaden.

Deshalb sind beim Dehnen folgende Grundsätze zu beachten:

  • Beim gründlichen Stretching nach dem Laufen solltest du die einzelnen Dehnungen jeweils 30-45 Sekunden halten
  • Die Dehnübungen solltest du zwei bis drei Mal durchführen
  • Zwischen den Dehnungen solltest du dich etwa zwei Sekunden lang entspannen
  • Beim Dehnen vor dem Laufen solltest du die Dehnübungen maximal 15 Sekunden lang halten
  • Vor dem Laufen solltest du deine Muskeln nur einmal dehnen

Die S-H-E-S-Dehntechnik

Mit einer Eselsbrücke kannst du dir die richtige Dehntechnik ganz einfach merken:

  • S tretch dich vorsichtig, bis du ein leichtes Ziehen im Muskel spürst
  • H alte die Dehnung für 30-45 Sekunden
  • E entspann dich zwei Sekunden lang
  • S tretch dich nochmal für 30-45 Sekunden. Du kannst dich bei der zweiten Wiederholung etwas stärker dehnen als beim ersten Durchgang.

Statisches oder dynamisches Dehnen: Wo liegt der Unterschied?

Du kannst dich auf zwei unterschiedliche Arten dehnen:

Beim statischen Dehnen bringst du deinen Muskel in eine Dehnposition und hältst diese, bis der Dehnreiz schwächer wird.

Das passiert meistens nach 30-45 Sekunden.

Beim dynamischen Dehnen bringst du deinen Muskel zwar auch in eine Dehnposition. Statt die Position zu halten, federst du dich am Ende der Übung jedoch immer tiefer in die Dehnung.

Bei dieser Dehnvariante läufst du allerdings schnell Gefahr, die Übung nicht korrekt auszuführen und die Muskeln somit zu überstrecken.

Beide Varianten erfüllen ihren Zweck.

Ich empfehle jedoch mit dem statischen Dehnen anzufangen.

Erst wenn deine Muskulatur beweglicher geworden ist und du die Übungen perfekt beherrscht, solltest du dich dynamisch dehnen.

Vorher oder nachher: Wann dehnst du dich am besten?

Solltest du dich vor dem Laufen dehnen oder doch lieber nach dem Laufen?

Du kannst beides tun.

Es kommt allerdings ganz darauf an, was du mit dem Dehnen erreichen willst.

Dehnen vor dem Laufen

Du willst deine Muskulatur auf eine bevorstehende Belastung vorbereiten?

In diesem Fall solltest du dich vor deinem Lauftraining kurz dehnen.

Insbesondere vor Tempo-Einheiten oder vor dem Intervall-Training macht es Sinn, deine Muskeln auf die Belastung vorzubereiten.

Nach einem kurzen Einlaufen (15 Minuten) dehnst du am besten folgende Muskelgruppen:

  • Untere Wade
  • Obere Wade
  • Vorderer Oberschenkel
  • Hinterer Oberschenkel
  • Adduktoren

Beim Stretching vor dem Laufen ist es wichtig, dass du die Dehnung nur kurz hältst (maximal 15 Sekunden).

So bereitest du deine Muskeln, Bänder und Gelenke auf die bevorstehende Belastung bestmöglich vor.

Denn wenn du deine Muskulatur zu lange dehnst, nimmst du ihr die Spannung.

Der fehlende Muskeltonus stellt gerade bei schnellen, explosiven Einheiten eine hohe Verletzungsgefahr dar:

Je länger der Muskel, desto instabiler ist er.

Aus diesem Grund solltest du vorsichtig sein, wenn du dich vor wichtigen Rennen dehnst.

Deine Muskulatur braucht eine hohe Grundspannung, um dem hohen Wettkampf-Tempo standzuhalten.

Dehnen nach dem Laufen

Willst du deine Muskeln nach dem Laufen entspannen?

In diesem Fall solltest du dich ausführlich nach dem Lauftraining dehnen.

Während einer Belastung steigt die Grundspannung des Muskels, um seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen: Der Muskel verkürzt sich.

Viele behaupten, Dehnen nach dem Laufen beschleunige die Regeneration:

Die Muskelgruppen, die sich durch das Laufen verkürzt haben, können durch gründliches Stretching wieder gelockert werden.

Diese Muskelverkürzungen könnten ohne regelmäßiges Dehnen sonst zu Verspannungen und Fehlhaltungen führen.

Aber Muskelverspannungen können sich nicht nur negativ auf deine Lauftechnik und dein Lauftempo auswirken. Verspannte Muskeln sind zudem sehr verletzungsanfällig.

Der ideale Zeitpunkt, sich zu dehnen, ist unmittelbar nach dem Training. Dann sind deine Muskeln noch warm und dehnbar.

Du kannst natürlich auch erst duschen und dir trockene Kleidung anziehen.

Achtung vor dem Dehnen im Freien: Je nach Witterung ist es ungünstig, da du dich in nassgeschwitzten Klamotten schneller erkälten kannst.

In diesen Fällen ist Dehnen überflüssig

Manche Läufer sollten sich tatsächlich überhaupt nicht dehnen.

Denn solltest du keine muskulären Dysbalancen oder verkürzte Muskeln haben, ist das Dehnen überflüssig.

Ebenfalls kontraproduktiv ist das Stretching, wenn du zu überbeweglich bist. Dann kann Dehnen mehr Probleme als Nutzen verursachen.

Grundsätzlich solltest du nach sehr intensiven oder langen Läufen auf das Dehnen verzichten: Dein Körper muss sich von solchen Läufen erstmal erholen.

Das sind die 11 wichtigsten Dehnübungen für Läufer

Dehnübung 1: Der obere Wadenmuskel (Musculus gastrocnemius)

Viele Läufer klagen über Wadenkrämpfe, die sie nachts aus dem Tiefschlaf reißen.

Der Grund hierfür kann vielfältig sein: Fehlende Muskelkraft, ein Magnesium-Defizit oder ein überhöhter Muskeltonus der Wadenmuskulatur.

Beim Laufen werden deine Waden am intensivsten beansprucht: Deshalb solltest du sie nach dem Laufen gleich als erstes dehnen.

Dehnübung für die obere Wade | RunnersFinest.de

Durchführung: Aus einem weiten Ausfallschritt stützt du dich an einer Wand ab. Dabei zeigen beide Füße parallel nach vorne. Verlagere dein Körpergewicht nun auf das vordere Bein, drück die Ferse deines hinteren Beins in Richtung Boden und halte den Kontakt. Strecke nun das Knie des hinteren Beins bis du eine Dehnung im oberen Wadenmuskel spürst.

Wirkung: Dehnung der oberen Wade

Dehnübung 2: Der untere Wadenmuskel (Musculus soleus)

Der Wadenmuskel ist hauptsächlich für das Beugen und Abwinkeln des Fußes verantwortlich.

Außerdem fängt die Wade Kräfte auf, die über die Achillessehne an die Wadenmuskulatur weitergeleitet werden.

Beim Laufen ist die Wade beim Auftreten und in der Abstoßphase aktiv: Die Wadenmuskulatur stabilisiert das Fußgewölbe und schützt den Fuß vor Verletzungen.

Dehnübung für die untere Wade | RunnersFinest.de

Durchführung: Aus einer verkürzten Schrittstellung beugst du das hintere Bein im Kniegelenk so weit nach vorne, dass du dein Knie über die Fußspitze schieben kannst. Geh so tief bis du eine Dehnung in der unteren Wade deines hinteren Beins spürst.

Wirkung: Dehnung der unteren Wadenmuskulatur und der Achillessehne

Dehnübung 3: Hinterer Oberschenkel (Musculus ischiocrurale)

Die hinteren Oberschenkel strecken die Hüfte und beugen das Knie.

Zudem schützt die rückseitige Oberschenkelmuskulatur das Kniegelenk vor Scherkräften und stärkt das vordere Kreuzband.

Leider sind die hinteren Oberschenkelmuskeln bei vielen Läufern so verkürzt, dass die Mobilität des Muskels stark eingeschränkt ist.

Schuld daran ist zu langes Sitzen.

Eine verkürzte Oberschenkelmuskulatur erhöht die Gefahr eines Rundrückens. Infolgedessen ist eine gute Hüftstreckung dann nicht mehr möglich.

Die Verkürzung der Oberschenkelmuskeln führt zu einer Veränderung des Fortbewegungsverhaltens.

Kann sich deine Hüfte nicht mehr frei bewegen, leidet deine Schrittlänge darunter – sie wird kürzer.

Eine kontinuierliche und schnelle Fortbewegung ist dann ohne Schmerzen nicht mehr möglich.

Das Kräftigen und das Dehnen der Oberschenkel sollte ein fester Bestandteil deines Trainingsplans sein, um einer Verkürzung und demzufolge auch einer Bewegungseinschränkung entgegenzuwirken.

Mehr lesen: Krafttraining für Läufer – Die 8 besten Übungen

Auch interessant: Die 5 besten Fitnessstudio-Übungen für Läufer

Dehnübung für den hinteren Oberschenkel | RunnersFinest.de

Durchführung: Stell dich aufrecht hin. Streck nun das zu dehnende Bein nach vorne und stell es auf der Ferse auf. Beug dich jetzt mit deinem Oberkörper so weit nach vorne bis du einen Dehnreiz im hinteren Oberschenkel und in deiner oberen Wadenmuskulatur spürst.

Wirkung: Dehnung der hinteren Oberschenkel- sowie der oberen Wadenmuskulatur

Dehnübung 4: Adduktoren (Musculus adductor)

Die Adduktoren sind die sogenannten Bein-Heranführer.

Die Muskelgruppe führt deine Oberschenkel beim Laufen wieder an den Rumpf.

Darüber hinaus stabilisieren die Adduktoren das Becken sowie deine Beinachse.

Für die sportliche Bewegung sind deine Adduktoren also sehr wichtig.

Dehnübung für die Adduktoren | RunnersFinest.de

Durchführung: Stell dich schulterbreit auf. Geh jetzt so tief in die Hocke, dass du deine Knie mit deinen Ellenbogen nach außen drücken kannst. Halte deinen Rücken bei dieser Position gerade!

Wirkung: Dehnung der Adduktoren

Dehnübung 5: Gesäßmuskel (Musculus piriformis)

Dauerhafte Schmerzen im Rücken, im Gesäß oder in den Beinen kommen dir bekannt vor?

Dann leidest du möglicherweise am Piriformis-Syndrom.

Diese Laufverletzung ist leider keine Seltenheit.

Denn zu langes Sitzen oder monotone Bewegungsabläufe führen zu einer Verspannung des kleinsten Gesäßmuskels.

Der verspannte und sehr harte Muskel drückt dann auf den Ischiasnerv, wodurch die typischen Symptome entstehen.

Damit diese Schmerzen erst gar nicht entstehen, solltest du deine Gesäßmuskulatur regelmäßig dehnen.

Dehnübung für den Piriformis | RunnersFinest.de

Durchführung: Stell dich aufrecht hin. Leg deinen Fuß jetzt auf den Oberschenkel deines Standbeins. Winkel dein Bein so an, dass dein Knie nach außen zeigt. Beug dich nach vorne, um einen sanften Druck auf dein Knie und somit eine Dehnung im Gesäß auszuüben.

Wirkung: Dehnung der Gesäßmuskulatur

Dehnübung 6: Hüftbeuger (Musculus iliopsoas)

Eine schwache, verkürzte oder eine unzureichend trainierte Hüftmuskulatur verhindert die optimale Streckung der Hüfte und der Oberschenkel.

Dadurch wird der Bewegungsradius beim Laufen eingeschränkt: Deine Schritte werden kleiner und der Körperschwerpunkt nicht mehr optimal verteilt.

Infolgedessen werden deine Knie sehr stark belastet.

Dein Leistungsvermögen sowie die Steigerung deiner Laufleistung sind dadurch häufig eingeschränkt.

Mit der entsprechenden Dehnübung kannst du zwar einer verkürzten Hüftmuskulatur entgegenwirken.

Du solltest deine Hüfte aber durch zusätzliches Krafttraining stärken.

Mehr lesen: Die 5 besten Fitnessstudio-Übungen für Läufer

Dehnübung für den Hüftbeuger | RunnersFinest.de

Durchführung: Aus einer aufrechten Position heraus, gehst du einen großen Schritt nach vorne. Leg dein hinteres Bein nun auf deinem Knie ab. Der Fuß liegt dabei flach auf dem Boden – die Fußspitze zeigt nach hinten. Dein vorderes Bein steht im rechten Winkel. Der Fuß steht flach auf dem Boden. Schieb das Knie deines vorderen Beins jetzt langsam nach vorne bis du einen Dehnreiz im Hüftbeuger deines hinteren Beins spürst.

Wirkung: Dehnung der Hüftbeugermuskulatur

Dehnübung 7: Vorderer Oberschenkel (Musculus quadriceps femoris)

Der vordere Oberschenkelmuskel besteht aus vier einzelnen Muskelsträngen, die in der Kniescheibe zusammenlaufen. 

Diese Muskeln strecken das Knie und halten die Kniescheibe in ihrer Gleitrinne. 

Sollte der am Becken entspringende Muskel verkürzt sein, wird das Becken nach vorne gezerrt – so entsteht ein Hohlkreuz.

Die folgende Dehnübung ist ein Klassiker.

Deshalb gehört sie natürlich zu den wichtigsten Dehnübungen für Läufer.

Dehnübung für den vorderen Oberschenkel | RunnersFinest.de

Durchführung: Stell dich aufrecht hin. Winkel dein Bein nun nach hinten ab. Umfasse deinen Knöchel mit einer Hand und zieh dein Bein noch weiter zum Gesäß. Auf diese Weise verstärkst du den Dehnungsreiz. Wichtig: Die Hand umfasst das Sprunggelenk, nicht den Fuß.

Wirkung: Dehnung der vorderen Oberschenkelmuskulatur

Dehnübung 8: Schienbeine (Musculus tibialis anterior)

Neben dem Wadenbein ist das Schienbein einer der beiden Knochen des Unterschenkels. Es verbindet den Oberschenkelknochen mit dem Fußwurzelknochen. 

Das Schienbein hat nur eine einzige, enorm wichtige Funktion: Es stabilisiert deinen gesamten Körper. 

Ohne diesen sehr kräftigen Knochen wäre der aufrechte Gang völlig unmöglich.

Das Muskel- und Skelettsystem des Beins absorbiert mit jedem Schritt heftige Stöße, wodurch das Schienbein nach dem Laufen häufig schmerzt.

Eine Überlastung der Schienbeine durch zu intensives Training kann zu einer Entzündung am Ansatz der Muskelsehne führen.

Das sind dann oft die ersten Anzeichen eines Schienbeinkantsyndroms – auch Shin Splints genannt.

Durch gezielte Dehnübungen deiner Schienbeine schützt du dich präventiv vor dem Schienbeinkantsyndrom.

Dehnübung für die Schienbeine | RunnersFinest.de

Durchführung: Knie dich auf den Boden – deine Füße liegen dabei flach auf dem Boden, deine Fußspitzen zeigen nach hinten. Lehn dich nun mit deinem Oberkörper nach hinten, so dass nur noch deine Füße Kontakt zum Boden haben. Du solltest einen Dehnreiz in den Oberschenkeln und in deinen Schienbeinen spüren.

Wirkung: Dehnung der Schienbein- und Oberschenkelmuskulatur

Dehnübung 9: Fußsohle (Planta)

Der Fuß ist ein Meisterwerk der Natur: Jeder einzelne deiner Füße besteht aus 28 Knochen, 107 Bändern und 19 Muskeln.

Er ist dafür gemacht worden, dich zu tragen. Kilometerweit.

Leider lassen wir unseren Füßen aber nicht die Freiheit, richtig arbeiten zu können.

Denn egal, ob Sneaker, High Heals, Boots oder Laufschuhe: In keinen dieser Schuhe muss dein Fuß richtig arbeiten.

Dadurch entwickelt sich deine Fußmuskulatur zurück. Es ist daher wichtig, deine Füße regelmäßig zu stärken.

Unter der Fußsohle befindet sich die Plantarsehne. Sie stabilisiert dein Fußlängsgewölbe und ermöglicht das Beugen der Zehen. 

Durch übermäßige Belastung (z. B. exzessives Laufen) kann sich die Sehne entzünden.

Infolgedessen entsteht eine schmerzhafte Plantarfasziitis oder ein Fersensporn.

Stressreaktionen, Ermüdungsbrüche, Entzündungen an den Sehnen, aber auch Fehlstellung sind heutzutage leider Volkskrankheiten.

Bevor deine Füße zu deinen Problemzonen werden, solltest du sie also regelmäßig dehnen und stärken.

Dehnübung für die Fußsohlen | RunnersFinest.de

Durchführung: Hock dich mit zusammengestellten Beinen auf den Boden. Knie dich nun hin. Deine Fußspitzen bleiben dabei auf dem Boden. Die Stärke der Dehnung steuerst du mit dem Abstand deines Gesäß und deinen Fersen – je tiefer du sitzt, desto stärker ist die Dehnung.

Wirkung: Dehnung der Fußsohle

Dehnübung 10: Oberschenkel-Außenseite (Tractus iliotibialis)

Am äußeren Oberschenkel läuft eine große, breite Sehne entlang.

Diese Sehne – auch Tractus iliotibialis oder IT-Band genannt – verbindet das Gesäß und die Hüfte mit dem Knie.

Du solltest gerade der Außenseite des Oberschenkels besonders viel Aufmerksamkeit schenken.

Denn ein verkürzter Tractus iliotibialis ist der Hauptgrund für das Läuferknie.

Du bist hier goldrichtig, wenn du nach Dehnübungen für ein Läuferknie suchst.

Die folgende Dehnübung hilft natürlich auch dabei, ein Läuferknie erst gar nicht entstehen zu lassen!

Mehr lesen: Läuferknie: Diese Übungen helfen wirklich

Dehnübung für das Iliotibialband | RunnersFinest.de

Durchführung: Stell dich mit überkreuzten Beinen aufrecht hin – das Bein der zu dehnenden Seite steht dabei hinten. Beuge deinen Oberkörper nun in die entgegengesetzt Richtung der zu dehnenden Seite (z. B. nach links, um deine rechte Hüfte zu dehnen). Du solltest jetzt einen Dehnreiz in deiner Hüfte spüren.

Wirkung: Dehnung der Hüfte, der Abduktoren sowie des IT-Bands (Iliotibialband)

Dehnübung 11: Rücken (Musculus erector spinae)

Rückenschmerzen entstehen nicht nur durch langes Sitzen am Schreibtisch.

Auch langes Laufen kann schlecht für deinen Rücken sein.

Zumindest wenn deine Körpermitte nicht ausreichend gestärkt ist.

Denn die Core-Muskulatur umfasst alle haltungsrelevanten Muskeln: Neben der Bauch- und Hüftmuskulatur gehören auch deine Rückenmuskeln dazu.

Mit jedem Kilometer arbeitet deine Rückenmuskulatur: Sie hält dich aufrecht und sie stabilisiert deinen gesamten Oberkörper.

Nach jedem Lauftraining solltest du deinen Rücken deshalb dehnen und mobilisieren.

Mehr lesen: Core-Workout: Diese 5 Übungen boosten deine Lauf-Performance!

Dehnübung für den Rücken | RunnersFinest.de

Durchführung: Leg dich flach auf deinen Rücken. Zieh nun deine Beine Richtung Brust bis deine Oberschenkel und dein Rumpf im 90-Grad-Winkel zueinander stehen. Streck dabei deine Arme nach links und nach rechts aus. Lass deine Beine nun kontrolliert zur Seite fallen. Dein Rücken sowie deine Schultern bleiben bei dieser Übung immer im Kontakt mit dem Boden. Du solltest jetzt einen Dehnreiz im unteren Rücken spüren. Dieser lässt sich verstärken, wenn du deinen Kopf in die entgegengesetzt Richtung zu deinen Knien drehst.

Wirkung: Dehnung der unteren Rückenmuskulatur

Diese Dehnübungen helfen bei einem Läuferknie

Das Läuferknie ist eine besonders langanhaltende Laufverletzung.

Die stechenden Schmerzen an der Knie-Außenseite treten entweder schon während des Laufens oder direkt danach auf.

Zwar gibt es Dehnübungen, die deine Schmerzen beim Läuferknie lindern. Zur Bekämpfung eines Läuferknies solltest du jedoch einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen.

Neben dem regelmäßigen Dehnen gehört dazu auch das gezielte Kraft– und Faszientraining.

In meinem Artikel zeige ich dir daher gesondert, wie du dein Läuferknie am effizientesten behandelst.

Mehr lesen: Läuferknie: Diese Übungen helfen wirklich

Weiterlesen: Krafttraining für Läufer – Die 8 besten Übungen

Auch interessant: Faszientraining: Der ultimative Guide

Kostenlos: Alle Dehnübungen für Läufer in einem PDF-Ratgeber

In diesem Artikel findest du die elf besten Dehnübungen für Läufer.

Dein Körper ist mit diesen Übungen aber noch längst nicht vollständig gedehnt.

In meinem kostenlosen PDF 37 Dehnübungen für Läufer – Der ultimative Guide für mehr Flexibilität findest du alle Informationen und Dehnübungen, die du für das Laufen und Joggen brauchst.

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Yoga für Läufer

Hängt dir deine klassische Dehnroutine mittlerweile zum Hals raus?

Oder suchst du eine Alternative für das Stretching?

Keine Sorge – das Problem haben viele Läufer.

Die fehlende Motivation zum Dehnen kommt leider oft durch die Routine. Irgendwann wird das Stretching nunmal auch langweilig.

Was du jetzt brauchst, ist etwas Abwechslung im Stretching-Alltag.

Versuchs daher doch einfach mal mit Yoga für Läufer!

Wahrscheinlich würden nur die wenigsten Läufer eine direkte Verbindung zwischen Laufen und Yoga herstellen.

Gerade die unflexiblen Läufer stehen Yoga kritisch gegenüber.

Dabei sind die Vorteile vom regelmäßig durchgeführten Yoga gerade für dich als Läufer besonders nützlich.

Denn Yoga:

  • Steigert deine Flexibilität
  • Kräftigt deine Muskeln
  • Erhöht die Knochendichte
  • Verbessert die Blutzirkulation
  • Optimiert deine Atmung

Bevor du dich aber jetzt euphorisch in das nächste Yoga-Studio stürzt, schau dir erstmal das Video für Yoga-Anfänger an.

Danach kannst du entscheiden, ob dir Yoga gefällt oder nicht.

Früher oder später solltest du dir die klassischen Yoga-Posen allerdings von einem erfahrenen Lehrer beibringen lassen.

Schließlich kommt es beim Yoga auch auf die korrekte Technik an.


Yoga für Läufer – CoolDown nach dem Joggen

Wunderwaffe oder Placebo: Die Entscheidung liegt bei dir

Dehnen oder nicht dehnen – das war hier die Frage.

Selbst wenn die positiven Effekte des Dehnens wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen worden sind, so sind Dehnen, Stretching und Yoga Balsam für deinen Körper.

Seitdem ich mich regelmäßig dehne, laufe ich entspannter und schmerzfrei.

Möglicherweise ist das nur ein Placebo-Effekt.

Du solltest für dich selbst entscheiden, ob du dich regelmäßig dehnst oder nicht.

Diese Entscheidung kann kein Artikel und kein YouTube-Video der Welt für dich treffen.

Du kennst deinen Körper am besten.

Nur du weißt, was deinem Körper guttut.

Schreib mir ein Kommentar!
Was sind deine Lieblings-Dehnübungen? Dehnst du dich überhaupt regelmäßig oder kommst du gut ohne Stretching zurecht? Auf welche Weise förderst du die Regeneration nach dem Laufen?

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